Die Alster und ihre Alsterschwäne

Die Alster mit Alsterschwan

Die Alsterschwäne, das ist mehr oder weniger das Erste, an was wir Hamburger beim Stichwort Alster denken. Es ist ganz klar: Wir lieben unsere Alster und ihre Alsterschwäne. Letztere sind das lebende Wahrzeichen unserer Stadt. Und wir behandeln sie gut. Das müssen wir auch, denn bereits 1664 hat der Senat ein Gesetz erlassen, welches das Beleidigen, Verletzen oder gar Töten der Tiere unter Strafe stellt. Die offene Frage bleibt jedoch, wie man einen Schwan beleidigt. Und wie hoch die Strafe wohl sein mag. Mir ist dies zumindest unbekannt.

Alsterschwäne mit Jungen im Kanal
Alsterschwäne

Besuch beim Schwanenvater

Die erste Erwähnung fanden die Alsterschwäne bereits Ende des 16. Jahrhunderts. Sie gehören zu den Höckerschwänen, und es gibt heute etwa 120 Schwäne. Zum besonderen Schutz hat die Stadt Hamburg bereits 1674 einen Beamten abgestellt hat, der sich das ganz Jahr um sie kümmert. Spitzname: Schwanenvater. Heute ist das Olaf Nieß, und der macht diesen spannenden Job bereits seit über 20 Jahren und schon in zweiter Generation. Er ist der Umweltbehörde zugeordnet und hat außerdem natürlich noch weitere Aufgaben. Wenn sich beispielsweise Robben in die Elbe verirren, tritt Herr Nieß mit seinen Mitarbeitern/innen ebenfalls in Aktion.

Jedes Jahr im November sorgt Herr Nieß dafür, dass die Alsterschwäne in ihr Winterlager im Eppendorfer Mühlenteich kommen. Sie können auf diese Art und Weise ihr Futter auch im Winter selber finden, weil der Teich durch eine Unterwasser-Wärmepumpe eisfrei gehalten wird.

Die Alsterschwäne werden an der Rathausschleuse für das Winterlager eingesammelt
Einsammeln für das Winterlager

Das Einsammeln der Schwäne erfolgt an der Rathausschleuse an der kleinen Alster. Da ist dann immer richtig was los, denn ganz viele Hamburger verfolgen die Prozedur mit sehr großem Interesse. Die Tiere werden hier in kleine Boote gesetzt und anschließend im Konvoy zum Eppendorfer Mühlenteich geschippert. Wenn es im März oder April wieder wärmer wird, werden die Schwäne dann zurück auf die Alster gelassen, um uns dort den Sommer über zu erfreuen.

Das Boot des Schwanenwesen in Hamburg im Eppendorfer Mühlenteich
Schwanenwesen

Es besteht die wunderbare Möglichkeit, die Schwäne in ihrem Winterlager auch zu besuchen und dabei aus erster Hand von Herrn Nieß alles über sie zu erfahren. Diese Termine, die beispielsweise über die Volkshochschule angeboten werden, sind allerdings immer ruckzuck ausgebucht, schnell sein lohnt sich also.

Schwäne als Gastgeschenke

Seit eh und je werden Schwäne bei offiziellen Besuchen als Gastgeschenk mitgebracht. Sie sollen dann in ihrer neuen Heimat als Botschafter der Stadt Hamburg auftreten. So haben wir zum Bespiel 6 Schwanenpaare 1860 zur Eröffnung des Central Park nach New York geschickt. Bei den Japanern bedanken wir uns für das jährlich an der Alster stattfindende Kirschblütenfest mit Schwänen mit besonders schöner Beringung.

Und auch wir haben natürlich bereits Schwäne als Staatsgeschenk erhalten. So zum Beispiel 1953. Da schenkte uns die englische Königin Elisabeth II Schwäne anlässlich der Internationalen Gartenbauausstellung.

Noch mehr Schwäne

Haltestelle der Alsterdampfer mit Schwan im Logo
Haltestelle der Alsterdampfer

Sehr verbunden mit unseren Alsterschwänen sind dann auch die Alsterdampfer der Alster-Touristik, mit denen wir in normalen Zeiten immer so schön über die Alster schippern können. Überall, an den Haltestellen und auf den Flaggen der Schiffe, entdecken wir das rote Logo mit dem weißen Schwan. Heute gibt es ein Fahrgastschiff der Alster-Touristik mit dem Namen ‚Alsterschwan‘, welches auch in die Fleete hineinfahren darf.

Übrigens, bereits im 16. Jahrhundert haben die Hamburger in sogenannten Alsterschüten, überdachten Ruderbooten, Lustfahrten auf der Alster unternommen und dabei die Schwäne gefüttert. Als Kaiser Wilhelm II 1888 dann den Freihafen einweihte baute man für ihn sogar ein Prunkboot, welches Lohengrins Schwan nachempfunden wurde. Damit schipperte er dann über unsere Alster.

Einen weiteren Schwan können wir an der Überseebrücke besichtigen. Es ist die Cap San Diego, ein in Hamburg gebauter Stückgutfrachter aus dem Jahr 1961. Sie trägt wegen ihrer eleganten Form auch die Bezeichnung ‚Weißer Schwan des Südatlantiks‘ und ist das letzte noch erhaltene und auch fahrfähige Schiff dieser Art aus einer Serie von 6 baugleichen Schiffen, oder alternativ Schwänen.

Das Museumsschiff Cap San Diego der weiße Schwan des Südatlantiks
Museumsschiff Cap San Diego

 

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Bei Interesse an der Buchung einer Stadtführung gibt es hier weitere Informationen. Buchungen sind auch jetzt schon möglich zum Beispiel als Geburtstagsgeschenk. Ich freue mich auf Euch!

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